Geschichte

Chronik

Ein Abriss der Geschichte der Sozialdemokratie und Arbeiterbewegung in Niederbayern und die Chronik der SPD in der Gemeinde Künzing

SPD in der Region bereits im Kaiserreich                                

Die Arbeiterbewegung begann sich in den Jahren um 1890 von München aus, wo die Sozialdemokratische Partei schon feste Wurzeln geschlagen hatte, auch auf das flache Land auszubreiten. So wurden im Landkreis Vilshofen bei der Reichstagswahl am 20. Februar 1890 erstmals sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Im Wahlkreis Straubing, zu dem der Landkreis Vilshofen damals gehörte, kandidierte für die Sozialdemokratie Georg v. Vollmar, und er erhielt hier 16 Stimmen: Vilshofen 7, Hofkirchen 4, Pleinting 2, Aidenbach, Altenmarkt und Langenamming je 1 Stimme. Im Wahlkreis Straubing wurde der Kandidat des Zentrums, Conrad Graf von Preysing-Lichtenegg-Moos, mit 10157 Stimmen gewählt.Bei der Reichstagswahl am 17. Juni 1898 erhielt der sozialdemokratische Kandidat Georg Birk im Landkreis Vilshofen 48 Stimmen: Osterhofen 28, Göttersdorf 4, Forsthart 3, Galgweis 3, Gergweis 2, Aholming 2, Oberpöring 2, Niederpöring 2, Zeitlarn und Windorf je 1 Stimme. Gewählt wurde im Wahlkrreis Straubing der Bauernbundkandidat Franz Xaver Eßlinger, Leiblfing, mit 10112 Stimmen, Soldner vom Zentrum erhielt 5237 und Birk (Sozialdemokratie) 224 Stimmen.


Der erste Ortsverein der SPD in Gergweis                               Der organisatorische Aufbau des SPD im Landkreis Vilshofen sollte nicht in der Kreisstadt den Anfang nehmen, sondern in der verhältnismäßig kleinen Gemeinde Gergweis im Vilstal. Es waren die Gebrüder Georg, Josef und Alois Putz, Xaver Kiermeier, Ignaz Damböck, Josef Ratzenböck, Johann Stadler und Peter Stadler, die sich im Jahre 1898 im Hof des Gasthauses Hötzl versammelten, um einen SPD-Ortsverein Gergweis ins Leben zu rufen.


Trotz Verfolgung und Schikane: Es geht aufwärts. Die erste öffentliche sozialdemokratische Versammlung im Landkreis Vilshofen dürfte am Pfingstsonntag, dem 31. Mai 1903, in Mühlham bei Osterhofen stattgefunden haben. Im "Vilshofener Wochenblatt" Nr.67 vom Mittwoch, 3. Juni 1903, wird über diese interessante Versammlung berichtet. Dieser Bericht zeigt so recht, wie schwer es Sozialdemokraten in dieser Zeit hatten. Der Bericht lautet:"Aus Osterhofen berichtet man uns über eine im nahen Mühlham am Pfingstsstsonntag, 31. Mai, abgehaltene sozialdemokratische Wahlversammlung. Beim dortigen Wirtschaftspächter fanden sich vor einigen Tagen zwei Herren ein und ersuchten um Überlassung von Räumlichkeiten behufs Abhaltung einer Wählerversammlung für den 31. Mai, den Pfingstsonntag. Der Wirt erkundigte sich nicht weiter und auch die betreffenden Herren sagten nicht, welche Partei die Versammlung abhalten wolle. Erst als ein Velozipedist mit Plakaten, Aufrufen und Wahlzetteln erschien, zeigte es sich, daß die Versammlmmlung eine sozialdemokratische sein werde. Über die Bedeutung und Tragweite einer solchen Versammlung aufmerksam gemacht, nahm der Wirt seine Zusage wieder zurück. Allein dessen ungeachtet erschienen am Pfingstfeste die Sozialdemokraten mit ihrem Redner Raith aus München in Mühlham. Der Wirt verweigerte beharrlich die Abgabe seiner Wirtschafts- und Gartenlokalitäten zur Abhaltung der beabsichtigten Versammlung. Man wollte nun die Versammlung auf dem angrenzenden Gemeindegrunde abhalten, allein der anwesendende Herr Bürgermeister Franz Baumgartner verweigerte als Vertreter der Gemeinde mit Entschiedenheit die Benützung und das Betreten des Gemeindegrundes zur Abhaltung einer Wahlversammlung und Wahlrede. Die Wahlversammlung hätte somit unterbleiben müssen, wenn nicht ein Verräter in der Person eines jungen Sozialdemokraten Herrn Raith auf das nahe und zum Teil ausgetrocknete Donaubett hingewiesen und gesagt hätte, dass dieser Grund Staatsgrund sei und zur Abhaltung der Wahlrede benützt werden könne. Vom Bette der Donau aus hielt nun Herr Raith seine zweistündige Wahlrede an die zumeist aus Osterhofen und Winzer anwesenden Personen. Er sprach nur über die allgemeinen Programmpunkte der Sozialisten und vermied alles, was das religiöse Gefühl der Zuhörer verletzen konnte, weshalb auch seine Rede ruhig angehört und nicht ungünstig beurteilt wurde. Man sage nicht, dass die Sozialdemokraten kein Glück bei ihren Wahlversammlungen haben."Bei der Reichstagswahl am Freitag, 25. Januar 1907, erhielt Erhard Auer im Landkreis Vilshofen 416 Stimmen. Die SPD erzielte also bei dieser Wahl den ersten nennenswerten Erfolg, insbesondere in der Stadt Vilshofen, wo sie nur um 51 Stimmen hinter dem Zentrumskandjdaten zurückblieb und 39,3 Prozent erreichte. Noch bei keiner Bundestagswahl nach 1945 hat die SPD in der Stadt Vilshofen diesen Stimmenanteil erreicht. Um so höher ist deshalb dieses Ergebnis vom Jahre 1907 zu werten.


Das erste Sommerfest in Vilshofen                                          In der Stadt Vilshofen fand am Sonntag, 1. August 1909, im "Wolferstetter-Keller" ein Arbeiter-Sommerfest statt, bei dem ein Redakteur der "Münchener Post" die Festrede hielt. Der schattige Garten war an diesem heißen Sommernachmittag bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Die von Musik umrahmte Veranstaltung war neben der Festrede der Unterhaltung gewidmet und erstreckte sich bis in die späte Nacht hinein. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, dass in den Jahren  1908 bis 1910 weitere SPD-Ortsvereine in Aunkirchen, Alkofen, Vilshofen und in Söldenau gegründet wurden. In Aldersbach soll bereits 1905 ein SPD-Ortsverein gegründet worden sein. Leider gibt es hierfür keine sicheren Unterlagen mehr, aber aus den Berichten der Zeitung, in denen von "Genossen" die Rede ist, läßt sich darauf schließen. Auch die heute noch lebenden Parteifreunde aus diesen Gemeinden bestätigen das. Auch über die personelle Besetzung und die Mitgliederzahlen ist nichts bekannt. Trotz aller aller Hetze gegen die Sozialdemokraten brachte die Reichstagswahl vom 12. Januar 1912 der SPD einen großen Erfolg. So wurden in allen 6 Berliner Wahlkreisen die SPD. Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt: Ledebour. Dürell, Fischer, Pfannkuch, Büchner und Schmidt. Die SPD gewann im Reich 57 Mandate hinzu und erhöhte von 53 au 110 Mandate. Für den SPD-Kandidaten wurden im Landkreis Vilshofen 457 Stimmen abgegeben, in Alkofen wurde die SPD mit 46,7 Prozent die weitaus stärkste Partei. Die SPD erhielt in den  Gemeinden des Landkreises Vilshofen folgende Stimmen: Alkofen 162, Vilshofen 92, Aunkirchen 49, Aldersbach 28, Eging 26, Moos 23, Windorf 16, Ortenburg 15, Söldenau 15, Zeitlarn 13, Gergweis 11, Iglbach 11 Aholming 10, Niederpöring 10, Wallerfing 9, Hilgartsberg 8 Aidenbach 5, Otterskirchen 5. In einem ländlichen Bezirk wurde ein Wahlzettel mit folgendem Zusatz abgegeben:"Mir wähl'n ma Zentrum, z'weg'n unserer armen Seel d'Sozi wär'n uns feih lieba, aber da kommat ma in d'Höll!' Diese Meldung im "Vilshofener Tagblatt" Nr.17 vom 15 Januar 1912 zeigt deutlich, wie Politik und Religion vermengt wurden und die Menschen in Gewissenszwang brachte.


Die Landtagswahl vom 12. Januar 1919 und die Reichstagswahl vom 19. Januar brachten der SPD auch im Landkreis Vilshofen einen großen Erfolg, wenn sie auch gegen die Bayerische Volkspartei und den Bauernbund nicht ankam. So erreichte die SPD bei der Reichstagswahl im Landkreis Vilshofen 4248 Stimmen, das sind 24,5 Prozent, und bei der Landtagswahl im Gerichtsbezirk Vilshofen 2785 Stimmen, das sind 26,4 Prozent. Einige Gemeinden erbrachten hervorragende Ergebnisse für die SPD, so Alkofen 58,2 Prozent (LW), Ht (LW), Hofkirchen 51,9 Prozent (LW), Forsthart 67,3 Prozent (RW), Gergweis 63,0 Prozent (RW), Galgweis/Oberndoff 73,8 Prozent (LW), Moos 40 Prozent (RW), Aunkirchen 37,5 Prozent (LW), Hilgartsberg 37,9 Prozent (RW), Rathsmannsdorf 33,3 Prozent (RW), Aholming 30,9 Prozent (RW), Vilshofen 31,9 Prozent (RW) und Pleinting 29,5 Prozent (RW). Zur Vorbereitung der Gemeindewahlen am 15. Juni 1919 fanden in vielen Orten Versammlungen statt. Einen Höhepunkt in der Versammlungsreihe erreichte die 1.-Mai-Feier in Vilshofen, zu der Abordnungen aus vielen Ortsvereinen des Landkreises kamen. Auch in Aidenbach fand eine Maifeier statt und in Pleinting am 25. Mai ein Maifest. Der Räteputsch in Bayern hatte auch bis Vilshofen seine Wellen geschlagen, so telegraphierte der Arbeiterrat Vilshofen an den Ministerpräsidenten in Bamberg: "Die Einwohnerschaft Vilshofens steht mit überwiegender Mehrheit auf dem Boden der sozialistischen Regierung Hoffmann. Der Arbeiterrat Vilshofen schließt sich dem Willen des Volkes an."Und die Sozialdemokratische Partei Vilshofen erklärte am 6. Mai 1919 einstimmig, dass die Erschießung der 10 Geiseln in München eine verabscheuungswürdige, gemeine Tat ist, und bedauert aufs tiefste die ermordeten Opfer. Solche Vorgänge verabscheut die organisierte Arbeiterschaft einerseits als unerhörtes Verbrechen und andererseits als Stärkung der Reaktion. Deshalb muss mit allen Mitteln gearbeitet werden, dass derartige skandalöse Vorfälle in Zukunft unterbleiben. Für die Gemeinderats- und Bürgermeistesterwahl am 15. Juni 1919 wurden in vielen Gemeinden auch Kandidaten der SPD aufgestellt. In Vilshofen wurden 4 Stadträte der SPD gewählt (August Wenninger, Fritz Müller, Josef Hoyer und Otto Schmid), die BVP erhielt 5 Sitze, die Demokraten-Partei 2 und die Bürgerpartei 1 Sitz. Fritz Müller erhielt als Bürgermeisterkandidat 469 Stimmen und Felix Wieninger, der gewählt wurde, 704 Stimmen. Ferner erhielt die SPD folgende Gemeinderatssitze: In Aunkirchen 4 (Heinrich Salatmeier, Max Bauer, Michel Leuzinger, Josef Detzer), Ortenburg 1, Osterhofen 3, Windorf 4, Hofkirchen 5, Eging 3, Alkofen 2, Pleinting 4 Sitze. Bei der Bezirkstagswahl (heute Kreistagswahl) kandidierte die SPD im Landkreis Vilshofen mit 16 Kandidaten. Gewählt wurden 4: Fritz Müller, Kaufmann, Vilshofen; Franz Stern, Zementwarenfabrikant, Osterhofen; Heinrich Huber, Lehrer, Galgweis, und Josef Detzer, Gütler, Schönerting. Die SPD erhielt 3026 Stimmen, das sind 26,3 Prozent, die Liste Einigkeit 8482 Stimmen, das sind 73,7 Prozent und 12 Sitze. Im niederbayerischen Kreistag (heute Bezirkstag erhielt die SPD 41033 Stimmen, das sind 21,9 Prozent, und 6 Mandate von 30. Aus Vilshofen wurde Fritz Müller gewählt


Bei den Reichstags- und Landtagswahlen vom 6. Juni 1920 zeigte sich die Spaltung der SPD in Mehrheitssozialisten (MSPD) und Unabhängige Sozialisten (USPD) erstmals auch im Landkreis Vilshofen. So erhielt die MSPD insgesamt bei der Landtagwahl 1614 und bei der Reichstagswahl 1606 Stimmen, die USPD 1382 und 1494 Stimmen. Sie verloren gegenüber der RW am 19. Januar 1919 1248 Stimmen. Die Spaltung brachte also einen bemerkenswerten Stimmenverlust. Interessant ist auch die unterschiedliche Verteilung der Stimmen auf die beiden Parteien in den einzelnen Gemeinden des Landkreises. So dominierte die MSPD in Aunkirchen mit 65 zu 48 Stimmen, in Hofkirchen 69 zu 21, Iglbach 61 zu 5, Ortenburg 68 zu 16, Forsthart 65 zu 0, Galgweis 85 zu 1, Gergweis 90 zu 7 Stimmen und die USPD in Aldersbach 86 zu 24, Aidenbach 76 zu 18, Alkofen , 192 zu 124, Pleinting 66 zu 25, Vilshofen 247 zu 158, Moos 157 zu 9 und Osterhofen 101 zu 30 Stimmen.


Für die fällige Bürgermeisterwahl am 13. Februar 1921 in der Stadt Vilshofen, bei der erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt wurde, stellten MSPD und USPD in einer gemeinsamen Versammlung am 1. Februar 1921 den Bürgermeister von Achdorf bei Landshut, Felix Meindl, als Kandidaten auf. Dieser stellte sich in einer Versammlung am 10. Februar im Wieninger-Saalbau den Vilshofenern vor. Die gutbesuchte Versammlung wurde vom Vorsitzenden der SPD, Oberpackmeister Wunder, geleitet. Meindl schilderte seinen Lebenslauf und entwickelte sein Programm. Ein Teilnehmer aus Passau beschäftigte sich u. a. auch mit der Person des Sekretärs Gruber, der für die BVP kandidierte. Wie schon oft, so wurden vom Berichterstatter des "VF" auch diesmal wieder Bericht und Kommentar miteinander verquickt, denn dieser schrieb am Schluss, dass Herr Meindl eben nicht der richtige Mann an der Spitze der Stadtgemeinde Vilshofen wäre, dass im Rathaus bei seinem Einzug Parteipolitik betrieben würde, gewiss nicht zum Segen der Stadt Vilshofen! Daher erst recht muss die Parole am Sonntag lauten: Präsidialsekretär Gruber - Passau! Am nächsten Tag wurde in einer Art Leitartikel, der mit "Der Wahlausschuß" gezeichnet war, die Person Felix Meindl unter die Lupe genommen und wörtlich hieß es dort: "Und warum warnen wir davor, den Gegen-Kandidaten Landgerichts-Obersekretär und ersten Bürgermeister von Achdorf Meindl zu wählen? In erster Linie, weil Meindl der linksradikalen Richtung angehört und dadurch die ganze Gemeindepolitik in sozialisistischer Parteifärbung geführt zu werden in Gefahr kommt." Diese Redensarten kommen uns doch bekannt vor, also schon vor 60 Jahren hat man diesen Trick mit Erfolg angewendet, nicht erst in unseren Jahren.


Das erste Auftreten der NSDAP                                              Am Sonntag, 26. August 1923, fand im Gasthaus Kufner in Vilshofen ein außerordentliches Ende 1923 erreichte die Inflation ihren Höhepunkt, und sie hat auch die Organisation der SPD schwer getroffen. Das wirkte sich auch auf die Landtagswahlen vom 6. April 1924 ungünstig aus. Im Landkreis Vilshofen erhielt die SPD 1427 Stimmen, die BVP 4630, der Völkische Block 1147, Bauernbund 4930 und die KPD 476 Stimmen. Nur in Alkofen und Moos erhielt die SPD die meisten Stimmen, nämlich ich 283 und 101, in Aldersbach 90, in Aunkirchen 135, in Vilshofen 114, in Osterhofen 59 und in Ortenburg 43. Bei der Reichstagswahl am 7. Dezember 1924 erhielt die SPD im Landkreis Vilshofen 1834 Stimmen = 10,7 Prozent, davon in Alkofen 270, Vilshofen 254, Aunkirchen 126, Aldersbach 115, Gergweis 111, Pleinting 102, Moos 89, Iglbach 72, Ortenburg 72, Windorf 52, Hofkirchen 44, Galgweis 35, Göttersdorf 36, Forsthart 28 Stimmen. In Galgweis, Gergweis und Ortenburg war die SPD noch stärkste Partei. Am gleichen Tage fand auch eine Gemeinderatswahl statt. In Vilshofen gab es keine SPD-Liste, sondern die SPD-Mitglieder kandidierten auf der Liste "Arbeitsgemeinschaft", die drei von 16 Sitzen erhielt: Franz Ratzinger 488 Stimmen, Franz Renner 313 und August Wenninger 294. Am 30. November 1924 sprach die Reichstagsabgeordnete Toni Pfülf aus München im Gasthaus "Grüner Baum" in Vilshofen in einer öffentlichen Wählerversammlung.


Das Ende der Republik                                                          Bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 verlor die SPD erstmals den Anspruch, die stärkste Partei in Deutschland zu sein, denn die NSDAP erreichte 230, die SPD nur 133 -Mandate. Bei der am 10. April 1932 stattgefundenen Reichspräsidentenwahl siegte Hindenburg mit 53 Prozent über Adolf Hitler. Die SPD hatte notgedrungen empfohlen, Hindenburg zu wählen, um zu verhindern, dass Hitler Reichspräsident wurde.Am 30. Januar 1933 wurde Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, der Rder Reichstag wurde aufgelöst und für den 5. März Neuwahlen ausgeschrieben.Die NSDAP erhielt bei diesen Wahlen 288 Mandate, die SPD noch 120. Im Landkreis Vilshofen erhielt die SPD noch 861 Stimmen, die NSDAP aber 11609 Stimmen, das sind 53,2 Prozent. Am 6. November 1932 erhielt die SPD noch 938 und die NSDAP nur 4022 Stimmen. Die Ereignisse nahmen nun ihren bekannten Verlauf. Nur die SPD wagte es am 23. März 1933, dem Ermächtigungsgesetz, das Hitler die Möglichkeit gab, ohne Parlament zu regieren, im Reichstag nicht zuzustimmen. Verfolgung, Verhaftung und KZ-Einweisung von Mandatsträgern, Funktionären und Mitgliedern von SPD und KPD waren nun an der Tagesordnung. Auch im Landkreis Vilshofen mussten eine Reihe aufrechter Sozialdemokraten ihre Gesinnungstreue mit Schutzhaft büßen. Schon bald nach dem Ende des 2. Weltkrieges begann der Neuaufbau der Partei. Bereits am 9. Dezember 1945 wurde in der Stadt Vilshofen der SPD-Ortsverein wiedergegründet und Alois Wimmer wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Am 2. Januar 1946 folgte die Gründung des Ortsvereins Osterhofen, 1. Vorsitzender wurde Josef Dullinger. Auch in Gergweis, Garham, Aidenbach, Ortenburg, Söldenau, Iglbach, Aunkirchen, Alkofen, Hofkirchen, Pleinting, Windorf, Aldersbach und Langenamming entstanden 1946 SPD Ortsvereine.
 

aus verschiedenen Fremdveröffentlichungen

u.a. von Bernhard Taubenberger